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Hier finden Sie Neuigkeiten über unser Unternehmen bzw. den Zinshausmarkt in Österreich. Falls Sie Fragen haben oder genauere Infos brauchen, kontaktieren Sie uns! Mathias Miller-Aichholz ist für unsere Kommunikation zuständig und steht Ihnen immer gerne zur Verfügung.

Was ist ein Zinshaus?

Die meisten Marktteilnehmer denken im Zusammenhang mit dem Zinshausbegriff an das klassische Wiener Gründerzeit-Zinshaus. Diese Sichtweise ist jedoch zu eng. Es stimmt natürlich, dass während der Gründerzeit in Wien besonders viele und schöne Zinshäuser gebaut wurden. Doch aus Investorensicht gibt es auch aus früheren und späteren Epochen bis zur Gegenwart interessante Objekte.

Jedes Haus, das aus mehreren Einheiten besteht, die gegen Miete langfristig bewohnt werden, ist in der Regel ein Miet- oder Zinshaus. Daher sind heute auch viele Biedermeier-Palais funktional gesehen als Zinshäuser zu werten, weil ihr Zweck zwischenzeitlich entsprechend umgewidmet wurde. Auch Neubauten, deren Wohnungen vermietet werden, sind de facto Zinshäuser – sofern es sich nicht um Genossenschafts- oder Gemeindewohnungen handelt. Aus Investorensicht ist es sinnvoll, den Fokus breit auszurichten, um alle attraktiven Anlagemöglichkeiten zu überblicken.

Der große Vorteil nicht geförderter Neubauten für den Investor ist: Das Mietrechtsgesetz findet hier nur eingeschränkt Anwendung; das betrifft alle Zinshäuser, die nach dem 30. 6. 1953 errichtet wurden. So gibt es beispielsweise keine Überprüfung des Mietzinses durch die Behörde – es gilt, worauf sich Mieter und Vermieter geeinigt haben. Die Renditen bei Neubauten sind in der Regel höher als bei Gründerzeitobjekten und der Erhaltungsaufwand niedriger. Abgesehen von ihrer oft geringeren optischen Attraktivität sind also neuere Zinshäuser durchaus eine Überlegung wert.

Aus diesem Grund geht der Zinshausbegriff entsprechend dem Investoreninteresse über das klassische Wiener Zinshaus von 1850–1910 hinaus. Diese Definition umfasst auch Objekte in den Bundesländern sowie solche aus Epochen vor und nach der Gründerzeit. Unter diesem Aspekt sind am Markt noch weit mehr Zinshäuser vorhanden als die meistens genannten 15.000 – denn diese Zahl bezieht sich nur auf Gründerzeit-Zinshäuser in Wien.

Auch der oft festgestellte Schwund an Zinshäusern fällt gemäß unserer Zinshaus-Definition weniger drastisch aus. Denn durch den österreichweiten Neubau freifinanzierter Mietwohnungsgebäude wird der Rückgang des Bestands an Gründerzeit-Zinshäusern in Wien zumindest teilweise wieder wettgemacht. Tatsache ist allerdings, dass sich hohe Eigentumspreise tendenziell negativ auf den traditionellen Zinshausbestand auswirken. Denn für Projektentwickler ist es dann wirtschaftlich oft sinnvoller, Altbau zu parifizieren und abzuverkaufen.

13.07.2017